Braveheart Battle: Der härteste Hindernislauf der Welt

Der Braveheart Battle zählt zu einem der härtesten Adventure Runs der Welt. Bereits zum siebten Mal wurde der Hindernislauf ausgerichtet. Da man am ursprünglichen Veranstaltungsort an organisatorische Grenzen stieß, zog das Event nach sechs Jahren vom unterfränkischen Münnerstadt (Landkreis Bad Kissingen) nach Bischofsheim in der Rhön.

Auch in diesem Jahr hatte Veranstalter Masterchief Joachim von Hippel und sein Team eine sehr anspruchsvolle Herausforderung ausgearbeitet. Auf der 32 Kilometer langen Strecke mussten die Teilnehmer 50 natürliche und künstliche Hindernisse 1 überwinden. Neben Temperaturen von 2 Grad in der Luft und 9 Grad im Wasser machten extreme Steigungen 2 und der Anstieg auf 800 Meter (dort lag noch Schnee) den Lauf zu einer anstrengenden Tortur.

Ursprünglich hatten sich 3.500 Läufer für den Adventure Run angemeldet. Aufgrund der Wetterverhältnisse traten jedoch nur 2.700 Läufer an und sprachen vor dem Start das Braveheart Gebet:

Auf den Knien lege ich mein Schwert in eure Hände, auf dass meine ganze Kraft nur eurem Willen zur Verfügung steht. Ich werde nicht eher aufhören, bis ihr mich aus diesem Verhältnis entlasst oder ich im Kampf gegen die 28 McK zu Boden gehen werde.

All meine Kraft werde ich aufbringen, auf dass man noch Jahre später von diesem Lauf reden wird und den Helden, die ihn bestritten!

Pünktlich um 11:00 Uhr wurde die Strecke für die ersten Läufer freigegeben. Das Zeitlimit für die Bewältigung der Strecke lag bei sechs Stunden. Für die meisten Läufer wurde dies zum Verhängnis.

Video aller Hindernisse des Braveheart Battle 2016

Auf der Seite des Braveheart Battle gibt es eine offizielle Beschreibung aller Hindernisse.

Sieger des Braveheart Battle 2016

Trotz aller Widrigkeiten wurden auch in diesem Jahr beachtliche Ergebnisse erzielt. Respekt!

  • First Braveheart (schnellster Läufer m/w): Phil Reuß – 03:17:37
  • First Bravehearty (schnellste Frau): Ludmilla Hertle – 04:09:19
  • Grand Braveheart (ältester Finisher): Ulrich Lau – 05:45:03
  • Grand Bravehearty (älteste Finisherin): Gisela Elsaesser – 06:39:10
  • Best Team (schnellstes Team): Team Laufstil – 22:14:10
  • Der „Team Spirit Cup“ ging an das Team Sturmwölfe
Kritik an der Organisation

Nach den Lauf erntete das Organisationsteam herbe Kritik.

  1. Start
    Obwohl der Start in Blöcken durchgeführt wurde, kam es aufgrund der Masse an Läufern zu Drängeleien. Einzelne Läufer wurden gegen die Absperrungen gedrückt und verletzten sich bereits vor dem Startschuss.
  2. Hindernisse
    Ein großes Problem bei Hindernisläufen ist das Vermeiden von Staus an den Hindernissen. Wichtig ist das frühe entzerren des Teilnehmerfelds. Obwohl in Blöcken gestartet wurde kam es auch beim Braveheart Battle zu erheblichen Staus. Auch das Überqueren der Hindernisse sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückweg sorgte für zusätzliche Wartezeiten. Einzelne Hindernisse waren so unterdimensioniert, dass sie im Lauf des Rennens sogar gesperrt werden mussten. Das Verletzungsrisiko war aufgrund des Ansturms einfach zu groß.
  3. Verpflegung
    Auch die Rennverpflegung wurde sehr stark kritisiert. Zwar gab es eine Reihe von Verpflegungspunkten an der Strecke, diese wurden jedoch zu früh abgebaut bzw. hatten nicht genügend Vorräte, um alle Läufer zu versorgen. Für viele wurde dies zu einem großen Problem. Teilweise mussten Mitarbeiter des Roten Kreuz privaten Proviant an Teilnehmer abgeben, um gesundheitliche Risiken zu vermeiden.
  4. Rennabbruch
    Bei Einbruch der Dunkelheit wurde das Rennen aufgrund der erhöhten Verletzungsgefahr abgebrochen. Läufer wurden von Streckenposten eingesammelt und mit Bussen in den Zielbereich gefahren. Dieser Abbruch traf viele Läufer, die in den hinteren Blöcken gestartet sind. Obwohl Läufer aus den ersten Startblöcken erheblich länger brauchten als das vorgegebene Zeitlimit, konnten sie das Ziel noch erreichen und erhielten eine Medaille. Es ist verständlich, dass dies zu Frustrationen führte, da nicht alle Läufer die gleichen Chancen erhielten.
  5. Umkleiden und Duschen
    Aufgrund einer Generalsanierung der Schulturnhalle der Kreuzbergschule, welche erst vor wenigen Wochen abgeschlossen wurde. Standen den Teilnehmern weder Umkleiden noch Duschen in den Schulgebäuden zur Verfügung. Als Alternativen hatte der Veranstalter offene Zelte und zwei Duschcontainer aufgestellt, die der Teilnehmerzahl in keiner Weise gerecht wurden.

Eine gute Zusammenfassung der Kritikpunkte gibt es auch im Let´s Run Video von Daniel Pugge.

Bei aller Schelte sollte bedacht werden, dass der Hindernislauf erstmalig in Bischofsheim ausgerichtet wurde. Auch für das Orga-Team, das bayrische Rote Kreuz und alle Helfer an der Strecke war der Lauf eine Premiere.

Fazit

Laut Bayerischer Rundfunk kam es zu einer 50%igen Ausfallquote und zu 377 vorzeitigen Aufgaben. Die meisten Läufer scheiterten am Zeitlimit von sechs Stunden. Laut Mika Timing waren nach fünfeinhalb Stunden nur ca. 800 Läufer im Ziel.

Das Bayerische Roten Kreuz meldete 110 medizinische Versorgungsfälle, 16 Fahrten in umliegende Kliniken und ein Hubschraubereinsatz. Aufgrund der enormen Kälte mussten mehrere hundert Wärmedecken verteilt werden. Die Bilanz zeigt, wie hart der Braveheart Battle in diesem Jahr war. Besonderer Dank gilt den mehr als 200 Helfern an der Stecke, ohne die der Tag für viele Läufer ganz anders geendet wäre.

Trotz der Kritik an der Organisation des Events, die sehr berechtigt ist, war der Lauf ein grandioses Event, welches seinesgleichen sucht. Masterchief Joachim von Hippel und sein Team haben großes geleistet. Der Lauf hat sich zu einem der härtesten Hindernisläufe der Welt gemausert. Es gibt wenige Events, die sich mit dem Braveheart Battle messen können.

Wie habt Ihr den Braveheart Battle 2016 erlebt? Teilt Ihr die Kritik an der Organisation?
Wir freuen uns auf Eure Kommentare zu diesem Artikel!

Die Strecke des Braveheart Battle

Download der GPX-Datei zum Lauf: BraveheartBattle2016.gpx

  1. jeweils 25 auf dem Hin- und Rückweg
  2. insgesamt 1.300 Höhenmeter

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